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DSGVO - Teil 1

Datenschutzgrundverordnung für Fotografen

Wenn man sich die aktuellen Schlagzeilen ansieht, vergeht fast kein Tag ohne eine Meldung über Datenmissbrauch, Datendiebstahl, Verkauf von persönlichen Daten ohne Einwilligung der Betroffenen usw. Da ist eine neue und verbesserte gesetzliche Regelung zum Schutz personenbezogener Daten ja eigentlich ein Segen.

 

Am 25. Mai 2018 tritt die Datenschutzgrundverordnung, kurz DSGVO europaweit in Kraft. Und was hier zunächst einmal positive Effekte für die Datensicherheit jedes einzelnen mitbringen wird, hat aber auch eine Kehrseite für uns Fotografen. Denn für uns geht nicht nur um unsere persönlichen Daten, sondern als Fotograf sammeln und verarbeiten wir personenbezogene Informationen, besonders wenn wir eine Homepage haben, einen Shop oder einen Blog betreiben, einen Newsletter verschicken oder ein Kontaktformular anbieten.

Disclaimer:

Dies ist keine Rechtsberatung im formalen Sinne, sondern stellt nur mein Verständnis zur Datenschutzgrundverordnung da. Ich bin kein Anwalt und kann auch keine rechtsverbindlichen Empfehlungen aussprechen. Im Zweifelsfall empfehle ich euch einen entsprechenden Anwalt zu Rate zu ziehen.

Die Nichteinhaltung dieser gesetzlichen Regelungen kann empfindliche Strafen und hohe Bußgelder nach sich ziehen. Als Fotografen müssen wir uns mit dem Thema auseinandersetzen und Maßnahmen ergreifen. Ignorieren und aussitzen scheint mir nicht der richtige Weg zu sein. Aber auf der anderen Seite, brauchst du dir sicher keine Sorgen zu machen, dass Du ab ab Juni in den Knast musst, wenn Du die notwendigen Regeln einhältst. Ganz im Gegenteil, als Fotograf gewinnen wir Kunden durch Ihr Vertrauen. Die Karten offen zu legen und ein sorgsamer Umgang mit personenbezogen Kundendaten schafft meines Erachtens nach Vertrauen.

 

Grundsätzliches:

Bisher war es nach meinem Verständnis so, dass Datenschutzregelungen für Fotos erst bei der Veröffentlichung oder Vermarktung relevant wurden. Mit der DSGVO ändert sich dies. Bereits das Erstellen eines Fotos ist datenschutzrechtlich relevant. Also sollte man sich bewusst sein, bevor man einen Kunden fotografiert, müssen alle Regelungen getroffen sein. Welche das im Einzelnen sind, werde ich später ansprechen.

 

Bei der DSGVO geht es grundsätzlich um „personenbezogene Daten“ einer identifizierbaren Person. Hieraus interpretiere ich schon einmal, wenn die Personen auf meinem Foto nicht zu identifizieren sind, besteht kein Handlungsbedarf. Es spielt dabei keine Rolle wie man eine Person identifizieren kann. Ein Gesicht das nicht sehr unscharf fotografiert wurde kann man gut identifizieren. Eine Person von hinten mit langen Haaren, rotem Pulli und Sneakers wird hingegen schwierig sein zu identifizieren. Damit fallen einige Bereiche des Fotografierens also nicht unter die Erhebung von personenbezogene Daten. Das sind für mich u.a.: 

 

• Landschaftsfotografie

• Industriefotografie

• Architekturfotografie

• Produkt- und Foodfotografie

• Natur- und Tierfotografie

 

Natürlich immer vorausgesetzt es, sind keine identifizierbaren Personen auf dem Bild.

Menschen fotografieren

Viele von uns fotografieren aber Menschen und hier fängt die personenbezogene Datenerfassung an. Und es geht heute nicht mehr nur um die Pixel sondern auch um jegliche Art von Metadaten, die neben der reinen Bildinformation abgespeichert werden. Dies können sein Datum und Uhrzeit, Temperatur und immer häufiger auch auch Standort Daten (GPS-Informationen), ggf. auch Informationen über Copyright und Urheber

Darf ich nach der DGSVO dieses Bild überhaupt hier veröffentlichen?
Darf ich nach der DGSVO dieses Bild überhaupt hier veröffentlichen?

Gilt das für mich überhaupt?

Was bedeutet dies für den Hobbyfotografen, der Bilder nur für persönliche oder familiäre Zwecke Fotos macht? 

Ich habe es so verstanden, dass für diejenigen unter euch, die ausschließlich Fotos für sich selbst oder innerhalb der Familie machen und diese nicht veröffentlichen hat die DSGVO keine Bedeutung bzw. Konsequenzen.


Zwischenfazit:

Fotografieren, Speichern, Veröffentlichen und Vermarkten von Fotos stellen eine dem Datenschutzrecht unterliegende Verarbeitung personenbezogener Daten da. Für den Hobbyfotografen, ergeben sich aber keine wesentlichen Änderungen zum bestehenden Recht.

 

Im nächsten und vielleicht übernächsten Teil des Blogs werde ich versuchen auf die Punkte einzugehen, die für professionelle Fotografen relevant sind und was es bei der Betreibung einer Webseite zu beachten gilt.

 

Dein Fan Frank

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